Kapazitäten aufbauen, Katalysatoren skalieren: PtJ besucht Sasol Research and Technology für CARE-O-SENE-Gespräche

Kapazitäten aufbauen, Katalysatoren skalieren: PtJ besucht Sasol Research and Technology für CARE-O-SENE-Gespräche 

Die Forschungs- und Technologieeinrichtungen (R&T) von Sasol in Sasolburg empfingen kürzlich Gäste des Projektträgers Jülich (PtJ) aus Deutschland.

Frau Kerstin Annassi, Leiterin der Abteilung für Energiesysteme, und Frau Kathrin Oberle, Betriebswirtin, besuchten Sasol im Rahmen ihres Engagements für das CARE-O-SENE-Projekt – einer Vorzeigeinitiative zur Entwicklung und Katalysator-Skalierung für nachhaltige Flugkraftstoffe. Der Projektträger Jülich begleitet CARE-O-SENE als zentrale Förderorganisation und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen deutschen und südafrikanischen Partnern.

Während ihres Besuchs trafen Frau Annassi und Frau Oberle mit Mitgliedern des R&T-Exekutivkomitees und dem CARE-O-SENE-Projektteam zusammen. Die Gespräche unterstrichen die zentrale Rolle von Sasol R&T in dem Projekt, insbesondere bei der Katalysatorentwicklung und -skalierung. Der Besuch unterstrich die weitreichende Wirkung des Programms: Förderung der internationalen Zusammenarbeit, Beschleunigung des wissenschaftlichen Austauschs und Stärkung der Katalyse-Community.

Ein wichtiger Moment war der Austausch mit jungen Wissenschaftlern von Sasol, die über ihre Erfahrungen mit den von CARE-O-SENE geförderten Mentoren- und Austauschprogrammen berichteten. Diese Initiativen tragen dazu bei, eine neue Generation von Experten für nachhaltige Kraftstofftechnologien aufzubauen.

Frau Annassi stellte auch die laufenden Arbeiten von PtJ in Afrika vor, wobei sie einen starken Schwerpunkt auf den Aufbau von Kapazitäten und den Wissenstransfer legte – ganz im Einklang mit den Zielen von CARE-O-SENE.

Der Besuch endete mit einer Besichtigung der Analyselabore von Sasol, der erstklassigen Katalysatorfertigung und der Fischer-Tropsch-Testanlagen, wo „Catalyst 1“, eine Innovation der Spitzenklasse, erfolgreich auf ein halbkommerzielles Niveau skaliert wurde und eine Ausbeute von über 80 % an Düsentreibstoff erzielt – ein konkretes Ergebnis der Katalysator-Skalierung im Rahmen von CARE-O-SENE.

Nach ihrem Aufenthalt in Sasolburg werden Frau Annassi und Frau Oberle nach Windhoek weiterreisen, um an der ICERA

2025 teilzunehmen, wo Frau Annassi die Eröffnungsrede halten wird und Robert Burton von Sasol einen Vortrag zum Thema „Katalyse für nachhaltige Flugkraftstoffe: Fischer-Tropsch-Verfahren” halten wird, in dem er die jüngsten Arbeiten von CARE-O-SENE vorstellen wird.

CARE-O-SENE-Artikel im „Journal of Physical Chemistry” veröffentlicht

CARE-O-SENE-Artikel im „Journal of Physical Chemistry” veröffentlicht

Ein wichtiges Ergebnis des CARE-O-SENE-Projekts ist die große Anzahl von Forschungsbeiträgen, die unser gemeinsames Verständnis von nachhaltigen Flugkraftstoffen und den damit verbundenen wissenschaftlichen Bereichen kontinuierlich weiterentwickeln. Einer dieser Beiträge wurde nun veröffentlicht. Der Artikel von Enrico Sireci, Tilman D. Grüger, Philipp N. Plessow, Dmitry I. Sharapa und Felix Studt wurde im Juli 2025 in Band 129, Nummer 29 des „Journal of Physical Chemistry C” der American Chemical Society veröffentlicht. Besonders erfreulich: Die Arbeit erschien zudem auf dem Titelblatt dieser Ausgabe.

Die Studie trägt den Titel „Modellierung der Form und Stabilität von Co-Nanopartikeln als Funktion der Größe und der Wechselwirkungen mit dem Trägermaterial durch DFT-Berechnungen und Monte-Carlo-Simulationen“. Sie liefert damit wichtige Grundlagen für das Verständnis katalytischer Prozesse, die bei der Herstellung nachhaltiger Flugkraftstoffe eine zentrale Rolle spielen. Den vollständigen Artikel finden Sie direkt auf der Website der American Chemical Society unter folgendem Link: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jpcc.5c02777.

Diese Veröffentlichung verdeutlicht einmal mehr, was internationale und institutionenübergreifende Zusammenarbeit leisten kann. Gemeinsam schaffen Forschende neue Erkenntnisse, die weit über das Projekt hinaus wirken und von Wissenschaftler*innen weltweit aufgegriffen werden können. 

 

Sasol und HZB vertiefen Zusammenarbeit mit strategischem Fokus auf Digitalisierung

Ein gemeinsames Rechenzentrum auf dem HZB-Campus unterstützt diese Bemühungen.Sasol und HZB vertiefen Zusammenarbeit mit strategischem Fokus auf Digitalisierung

Sasol Research & Technology und das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) erweitern ihre Partnerschaft auf den Bereich der Digitalisierung. Dabei bauen sie auf gemeinsamen Anstrengungen im Rahmen des CARE-O-SENE-Projekts und einer Anfang 2025 ins Leben gerufenen Industrial Fellowship auf. Die neue Initiative ist ein Schritt vorwärts bei der Nutzung digitaler Technologien, um Innovation bei Katalysatoren zu beschleunigen und die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen.

Im Rahmen einer umfassenden Digitalisierungsstrategie hat Sasol Research and Technology digitale Katalyse, künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) als Wachstumsbereiche für die zukünftige Forschung identifiziert. Digitale Katalyse nutzt Datenanalyse, KI und ML, um Katalysatoren schneller zu entwickeln. Damit ergänzt dieser Ansatz die klassische Laborforschung gezielt. Das HZB baut ebenfalls die Expertise in den Bereichen digitale Katalyse und datengestützte Analyse komplexer Datensätze zur Katalysatorcharakterisierung aus. Ein gemeinsames Rechenzentrum auf dem HZB-Campus unterstützt diese Bemühungen. Zusätzlich stärkt ein starkes externes Netzwerk  das Potenzial für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit.

Digitale Kompetenzen gezielt aufbauen

Dr. Randy Cunningham, Wissenschaftler bei Sasol Research and Technology, wird in diesem Bereich eng mit dem HZB zusammenzuarbeiten. Cunningham hat einen Doktortitel in Polymerwissenschaft von der Universität Stellenbosch, ist Experte zur Fischer-Tropsch-Katalyse und hat zu mehreren CARE-O-SENE-Initiativen beigetragen. Darüber hinasu baut er seine digitalen Kompetenzen aktiv aus. So hat er kürzlich einen Artikel über die Anwendung von maschinellem Lernen auf industrielle Polymerisationsprozesse bei Sasol veröffentlicht. „Diese Kooperation an der Schnittstelle zwischen Katalyse und Datenwissenschaft ist wirklich spannend“, sagt Cunningham. „Sie ebnet den Weg zu effizienteren chemischen Prozessen im industriellen Maßstab.“

Dr. Tobias Sontheimer, Co-Leiter von CARE-O-SENE und Leiter der Strategieabteilung am HZB, kommentiert: „Wir freuen uns sehr, dieses neue Kapitel in unserer Partnerschaft mit Sasol aufzuschlagen. Es stärkt nicht nur unser gemeinsames Engagement für die Kompetenzentwicklung im gesamten Konsortium, sondern treibt auch unsere Digitalisierungsagenda voran.“

Andy Msiza, Senior Vice President von Sasol Research and Technology und Executive Sponsor des Programms, fügt hinzu: „Diese Initiative bietet eine spannende Gelegenheit, unsere nächste Generation von Forschern in einem Bereich zu fördern, der für die Zukunft von Sasol immer wichtiger wird. Dieser Ansatz birgt das Potenzial, sowohl in aktuellen Betriebsabläufen als auch in zukünftigen Innovationen Werte freizusetzen und damit Wirkung zu erzielen.“

Künftig wollen beide Partner die Zusammenarbeit auf weitere Bereiche ausweiten. Dazu zählen der Transfer von Kompetenzen, Modellierung von Synchrotron-Datensätzen aus BESSY II und KI-gestützte Metaanalysen historischer Literatur und Anlagendaten. Insgesamt zielen diese Bemühungen darauf ab, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Durchbrüche in der Katalyseforschung voranzutreiben.

 

Dr. Randy Cunningham (Sasol Research and Technology) wurde für die Zusammenarbeit mit dem HZB im Bereich Digitalisierung ausgewählt. Die Initiative startete im September 2025.