CARE-O-SENE fördert wissenschaftlichen Nachwuchs: Von Synchrotronforschung zu industrieller Praxis

CARE-O-SENE fördert wissenschaftlichen Nachwuchs: Von Synchrotronforschung zu industrieller Praxis

Sasol-Wissenschaftler und CARE-O-SENE-Forscher Dr. Jerry Lamola nahm kürzlich an der HZB Photon School 2026 teil – eine seltene und wertvolle Gelegenheit für einen südafrikanischen Nachwuchswissenschaftler.

Das Programm, das am Synchrotron BESSY II des Helmholtz-Zentrums Berlin stattfand, brachte Talente aus aller Welt zu einer intensiven Schulung in fortgeschrittenen Synchrotrontechniken zusammen. Ein Synchrotron ist eine große Forschungseinrichtung, die extrem helle Röntgenstrahlen erzeugt, mit denen Forscher Materialien detailliert untersuchen können. Jerry und sein Team (Mufudzi Chaza und Emmanuel Kipkorir, beide aus dem Süden Afrikas) präsentierten die Ergebnisse der Beamline auf einem Poster, das von einer Expertenjury des HZB mit einem Preis ausgezeichnet wurde.

Die Photon School 2026 des Helmholtz-Zentrums Berlin brachte Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt zu einer Schulung in Synchrotrontechniken zusammen.

Während seines Aufenthalts nahm Jerry außerdem aktiv an einer einwöchigen Beamtime-Kampagne zu industriell relevanten Kobalt-Fischer-Tropsch-Katalysatoren teil, ermöglicht durch die enge Zusammenarbeit zwischen Sasol und dem HZB im Rahmen von CARE-O-SENE. Das Projekt verbindet Synchrotronforschung gezielt mit industrieller Anwendung und leistet damit einen konkreten Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe. 

Dr. Jerry Lamola forscht für Sasol und CARE-O-SENE an fortgeschrittenen Synchrotrontechniken.

Vor seiner Heimreise besuchte Jerry den Sasol-Standort Brunsbüttel und gewann wertvolle Einblicke in den kommerziellen Betrieb, darunter die Produktion von Aluminiumoxid, Alkoholen und Derivaten, und tauschte sich mit Kollegen und CARE-O-SENE-Partnern aus.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit, fortschrittliche Forschungsinfrastruktur und Einblicke in die Praxis zukünftige wissenschaftliche Führungskräfte prägen.

Ein herzliches Dankeschön an Catalina Jimenez (Organisatorin der Photon School, Leiterin des CARE-O-SENE Work Packages 1) und die Trainer Lucia Toscani, Ivo Zizak und Rosario Suarez am HZB für ihre Betreuung sowie an die Sasol-Kollegen in Brunsbüttel (Christian Schrage & Martin Kuhn) für die Gastfreundschaft.

 

CARE-O-SENE auf dem Falling Walls Science Summit 2025 in Berlin

CARE-O-SENE auf dem Falling Walls Science Summit 2025 in Berlin

Der Falling Walls Science Summit gilt als eine der bedeutendsten interdisziplinären Wissenschaftsveranstaltungen weltweit. Jedes Jahr bringt er Spitzenwissenschaftler*innen, Entscheidungsträger*innen sowie Vertreter*innen aus Industrie und Politik zusammen. Ziel ist es, wissenschaftliche Durchbrüche zu teilen und gemeinsam globale Herausforderungen anzugehen. Am 9. November 2025 war auch CARE-O-SENE dabei – vertreten durch Dr. Sven Godorr, Vizepräsident für Technologiemanagement und Start-ups bei Sasol.

Unter dem Thema „Afrikas Energiewende: Gerechte und globale Zusammenarbeit“ diskutierte Sven Godorr gemeinsam mit drei weiteren Podiumsteilnehmer*innen aus Wissenschaft, Industrie und Politik über nachhaltige Wege zu grünen Kraftstoffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Afrika und Europa gemeinsam klimafreundliche Lösungen entwickeln können. In der Diskussion sprach er über den Erfolg des CARE-O-SENE-Projekts bei der gemeinsamen Entwicklung von Technologien mit der Wissenschaft und die Bedeutung komplementärer Partnerschaften für eine klimafreundliche Transformation der Luftfahrt. 

Die Veranstaltung findet jährlich vom 7. bis 9. November in Berlin statt und zieht Nachwuchsforscher*innen und Journalist*innen aus aller Welt an. Die vollständige Podiumsdiskussion ist hier verfügbar. Video und Bilder werden mit freundlicher Genehmigung der Falling Walls Foundation zur Verfügung gestellt. Mehr über die Projektpartner, die CARE-O-SENE bei solchen Veranstaltungen vertreten, erfährst du auf unserer Partnerseite

 

Dr. Sven Godorr, Vizepräsident für Technologiemanagement und Start-ups bei Sasol. Copyright: Falling Walls Foundation, Sebastian Rau

Wissenschaftler planen die nächsten 100 Jahre der Fischer-Tropsch-Innovation

Wissenschaftler planen die nächsten 100 Jahre der Fischer-Tropsch-Innovation

100 Jahre Fischer-Tropsch-Synthese – und die Forschung ist lebendiger denn je. In einem Artikel, der im Dezember in „Nature Chemical Engineering“ erschienen ist, teilt Dr. Denzil Moodley, Co-Leiter und Forscher bei CARE-O-SENE, seine Vision für die Zukunft des Fischer-Tropsch-Verfahrens. Gemeinsam mit sieben weiteren Wissenschaftler*innen beleuchtet er, wie sich die Technologie von ihren Anfängen in der Kohleindustrie zur heutigen Schlüsselrolle in der nachhaltigen Kraftstoffinnovation entwickelt hat. Dabei vereint die Autor*innengruppe Expertise aus Wissenschaft und Industrie. 

Für CARE-O-SENE hat die Fischer-Tropsch-Synthese eine besondere Bedeutung. Sie bildet den Kern der Zusammenarbeit zwischen den akademischen und industriellen Partnern des Projekts und ist zentraler Bestandteil des Power-to-Liquids Prozesses, den CARE-O-SENE entwickelt. Darüber hinaus werden viele künftige Erfolge in diesem Bereich aus Initiativen hervorgehen, die dem interdisziplinären Ansatz folgen, den CARE-O-SENE als Vorreiter etabliert hat.

Der Artikel mit dem treffenden Titel „On to the next century of Fischer–Tropsch synthesis“ wurde am 17. Dezember 2025 in der Rubrik „Viewpoint“ von „Nature Chemical Engineering“ veröffentlicht und kann über diesen Link oder nach kostenloser Registrierung beim Online-Journal hier in einer Volltext-Version nur zum Lesen abgerufen werden.

Nachhaltige Innovation vorantreiben: Sasol & CARE-O-SENE auf der CATSA 2025

Nachhaltige Innovation vorantreiben: Sasol & CARE-O-SENE auf der CATSA 2025

Die CATSA 2025 – die Jahreskonferenz der Catalysis Society of South Africa – ist eine der bedeutendsten Fachveranstaltungen für Katalyseforschung auf dem afrikanischen Kontinent. Die Konferenz, die vom 9. bis 12. November im Emerald Resort & Casino stattfand, brachte führende Köpfe aus dem Bereich der Katalyse unter dem Motto „Mit Katalyse zur Erreichung der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung“ zusammen. Sie bietet damit eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik rund um nachhaltige Katalyselösungen.

Sasol Research & Technology war stark vertreten: ein Plenarvortrag von Dr. Theo Mudzunga über 75 Jahre Innovationsforschung im Bereich der Fischer-Tropsch-Katalyse bei Sasol sowie zwei Keynotes von Dr. Esna du Plessis und Dr. Ryan Walmsley über Studien zu den Fe-Katalysatoren von Sasol.

Junge Wissenschaftler im Mittelpunkt

Die jungen Wissenschaftler des CARE-O-SENE-Konsortiums präsentierten bei der CATSA 2025 ihre neuesten Forschungsergebnisse und Innovationen im Bereich der Fischer-Tropsch-Katalyse (FT). Das Thema Mn-Promotion (ein sehr „südafrikanisches” Metall) in FT-Katalysatoren war ein zentrales Thema der CARE-O-SENE-Vorträge. Dr. Jairus (Jerry) Lamola (Sasol) hielt einen Vortrag über die Rolle der Mn-Promotion in der FT-Katalyse, wobei er Theorie und Operando-Bedingungen nutzte, um die Komplexität zu entschlüsseln. Ein Vortrag von Dr. Revana Chanerika (UCT) zeigte ebenfalls, wie die Promotor-Wechselwirkung mit Modellkatalysatoren auf Co-Basis untersucht werden kann, während Julie-Ann Hoffman (UCT) darstellte, wie sie molekulare Modellierung einsetzte, um die Auswirkungen von Giften auf manganpromotierte Kobalt-basierte Fischer-Tropsch-Katalysatoren zu untersuchen. Shabaaz Abdullah (UCT) erklärte in seinem Vortrag den Einfluss der Partikelgröße anhand von Modellkatalysatoren. Diese Präsentationen unterstrichen die Führungsrolle von CARE-O-SENE bei der Weiterentwicklung der FT-Katalysatortechnologie für nachhaltige Energielösungen.

Vorstellung von erstklassigen Einrichtungen

Eine der Delegierten der CATSA 2025, die renommierte Besucherin Prof. Angeliki Lemonidou von der Aristoteles-Universität Thessaloniki, hatte die Gelegenheit, gemeinsam mit WP03-Leiter Denzil Moodley die hochmodernen Einrichtungen von Sasol Research and Technology zu besichtigen, in denen CARE-O-SENE-Katalysatoren für Pilot- und kommerzielle Anwendungen skaliert werden.

CARE-O-SENE und Sasol bleiben an der Spitze der Fischer-Tropsch-Katalyseforschung und gestalten nachhaltige Technologien für die Zukunft.

CARE-O-SENE-Projektmitglieder bei CATSA2025 in Vanderbijlpark. Von links: Mohamed Fadlalla, Revana Chanerika, Julie-Ann Hoffman und Jairus (Jerry) Lamola
Jairus (Jerry) Lamola von CATSA 2025 und Prof. Angeliki Lemonidou in den Räumen von Sasol Research and Technology.

Kapazitäten aufbauen, Katalysatoren skalieren: PtJ besucht Sasol Research and Technology für CARE-O-SENE-Gespräche

Kapazitäten aufbauen, Katalysatoren skalieren: PtJ besucht Sasol Research and Technology für CARE-O-SENE-Gespräche 

Die Forschungs- und Technologieeinrichtungen (R&T) von Sasol in Sasolburg empfingen kürzlich Gäste des Projektträgers Jülich (PtJ) aus Deutschland.

Frau Kerstin Annassi, Leiterin der Abteilung für Energiesysteme, und Frau Kathrin Oberle, Betriebswirtin, besuchten Sasol im Rahmen ihres Engagements für das CARE-O-SENE-Projekt – einer Vorzeigeinitiative zur Entwicklung und Katalysator-Skalierung für nachhaltige Flugkraftstoffe. Der Projektträger Jülich begleitet CARE-O-SENE als zentrale Förderorganisation und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen deutschen und südafrikanischen Partnern.

Während ihres Besuchs trafen Frau Annassi und Frau Oberle mit Mitgliedern des R&T-Exekutivkomitees und dem CARE-O-SENE-Projektteam zusammen. Die Gespräche unterstrichen die zentrale Rolle von Sasol R&T in dem Projekt, insbesondere bei der Katalysatorentwicklung und -skalierung. Der Besuch unterstrich die weitreichende Wirkung des Programms: Förderung der internationalen Zusammenarbeit, Beschleunigung des wissenschaftlichen Austauschs und Stärkung der Katalyse-Community.

Ein wichtiger Moment war der Austausch mit jungen Wissenschaftlern von Sasol, die über ihre Erfahrungen mit den von CARE-O-SENE geförderten Mentoren- und Austauschprogrammen berichteten. Diese Initiativen tragen dazu bei, eine neue Generation von Experten für nachhaltige Kraftstofftechnologien aufzubauen.

Frau Annassi stellte auch die laufenden Arbeiten von PtJ in Afrika vor, wobei sie einen starken Schwerpunkt auf den Aufbau von Kapazitäten und den Wissenstransfer legte – ganz im Einklang mit den Zielen von CARE-O-SENE.

Der Besuch endete mit einer Besichtigung der Analyselabore von Sasol, der erstklassigen Katalysatorfertigung und der Fischer-Tropsch-Testanlagen, wo „Catalyst 1“, eine Innovation der Spitzenklasse, erfolgreich auf ein halbkommerzielles Niveau skaliert wurde und eine Ausbeute von über 80 % an Düsentreibstoff erzielt – ein konkretes Ergebnis der Katalysator-Skalierung im Rahmen von CARE-O-SENE.

Nach ihrem Aufenthalt in Sasolburg werden Frau Annassi und Frau Oberle nach Windhoek weiterreisen, um an der ICERA

2025 teilzunehmen, wo Frau Annassi die Eröffnungsrede halten wird und Robert Burton von Sasol einen Vortrag zum Thema „Katalyse für nachhaltige Flugkraftstoffe: Fischer-Tropsch-Verfahren” halten wird, in dem er die jüngsten Arbeiten von CARE-O-SENE vorstellen wird.

CARE-O-SENE-Artikel im „Journal of Physical Chemistry” veröffentlicht

CARE-O-SENE-Artikel im „Journal of Physical Chemistry” veröffentlicht

Ein wichtiges Ergebnis des CARE-O-SENE-Projekts ist die große Anzahl von Forschungsbeiträgen, die unser gemeinsames Verständnis von nachhaltigen Flugkraftstoffen und den damit verbundenen wissenschaftlichen Bereichen kontinuierlich weiterentwickeln. Einer dieser Beiträge wurde nun veröffentlicht. Der Artikel von Enrico Sireci, Tilman D. Grüger, Philipp N. Plessow, Dmitry I. Sharapa und Felix Studt wurde im Juli 2025 in Band 129, Nummer 29 des „Journal of Physical Chemistry C” der American Chemical Society veröffentlicht. Besonders erfreulich: Die Arbeit erschien zudem auf dem Titelblatt dieser Ausgabe.

Die Studie trägt den Titel „Modellierung der Form und Stabilität von Co-Nanopartikeln als Funktion der Größe und der Wechselwirkungen mit dem Trägermaterial durch DFT-Berechnungen und Monte-Carlo-Simulationen“. Sie liefert damit wichtige Grundlagen für das Verständnis katalytischer Prozesse, die bei der Herstellung nachhaltiger Flugkraftstoffe eine zentrale Rolle spielen. Den vollständigen Artikel finden Sie direkt auf der Website der American Chemical Society unter folgendem Link: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.jpcc.5c02777.

Diese Veröffentlichung verdeutlicht einmal mehr, was internationale und institutionenübergreifende Zusammenarbeit leisten kann. Gemeinsam schaffen Forschende neue Erkenntnisse, die weit über das Projekt hinaus wirken und von Wissenschaftler*innen weltweit aufgegriffen werden können. 

 

Sasol und HZB vertiefen Zusammenarbeit mit strategischem Fokus auf Digitalisierung

Ein gemeinsames Rechenzentrum auf dem HZB-Campus unterstützt diese Bemühungen.Sasol und HZB vertiefen Zusammenarbeit mit strategischem Fokus auf Digitalisierung

Sasol Research & Technology und das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) erweitern ihre Partnerschaft auf den Bereich der Digitalisierung. Dabei bauen sie auf gemeinsamen Anstrengungen im Rahmen des CARE-O-SENE-Projekts und einer Anfang 2025 ins Leben gerufenen Industrial Fellowship auf. Die neue Initiative ist ein Schritt vorwärts bei der Nutzung digitaler Technologien, um Innovation bei Katalysatoren zu beschleunigen und die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen.

Im Rahmen einer umfassenden Digitalisierungsstrategie hat Sasol Research and Technology digitale Katalyse, künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) als Wachstumsbereiche für die zukünftige Forschung identifiziert. Digitale Katalyse nutzt Datenanalyse, KI und ML, um Katalysatoren schneller zu entwickeln. Damit ergänzt dieser Ansatz die klassische Laborforschung gezielt. Das HZB baut ebenfalls die Expertise in den Bereichen digitale Katalyse und datengestützte Analyse komplexer Datensätze zur Katalysatorcharakterisierung aus. Ein gemeinsames Rechenzentrum auf dem HZB-Campus unterstützt diese Bemühungen. Zusätzlich stärkt ein starkes externes Netzwerk  das Potenzial für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit.

Digitale Kompetenzen gezielt aufbauen

Dr. Randy Cunningham, Wissenschaftler bei Sasol Research and Technology, wird in diesem Bereich eng mit dem HZB zusammenzuarbeiten. Cunningham hat einen Doktortitel in Polymerwissenschaft von der Universität Stellenbosch, ist Experte zur Fischer-Tropsch-Katalyse und hat zu mehreren CARE-O-SENE-Initiativen beigetragen. Darüber hinasu baut er seine digitalen Kompetenzen aktiv aus. So hat er kürzlich einen Artikel über die Anwendung von maschinellem Lernen auf industrielle Polymerisationsprozesse bei Sasol veröffentlicht. „Diese Kooperation an der Schnittstelle zwischen Katalyse und Datenwissenschaft ist wirklich spannend“, sagt Cunningham. „Sie ebnet den Weg zu effizienteren chemischen Prozessen im industriellen Maßstab.“

Dr. Tobias Sontheimer, Co-Leiter von CARE-O-SENE und Leiter der Strategieabteilung am HZB, kommentiert: „Wir freuen uns sehr, dieses neue Kapitel in unserer Partnerschaft mit Sasol aufzuschlagen. Es stärkt nicht nur unser gemeinsames Engagement für die Kompetenzentwicklung im gesamten Konsortium, sondern treibt auch unsere Digitalisierungsagenda voran.“

Andy Msiza, Senior Vice President von Sasol Research and Technology und Executive Sponsor des Programms, fügt hinzu: „Diese Initiative bietet eine spannende Gelegenheit, unsere nächste Generation von Forschern in einem Bereich zu fördern, der für die Zukunft von Sasol immer wichtiger wird. Dieser Ansatz birgt das Potenzial, sowohl in aktuellen Betriebsabläufen als auch in zukünftigen Innovationen Werte freizusetzen und damit Wirkung zu erzielen.“

Künftig wollen beide Partner die Zusammenarbeit auf weitere Bereiche ausweiten. Dazu zählen der Transfer von Kompetenzen, Modellierung von Synchrotron-Datensätzen aus BESSY II und KI-gestützte Metaanalysen historischer Literatur und Anlagendaten. Insgesamt zielen diese Bemühungen darauf ab, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Durchbrüche in der Katalyseforschung voranzutreiben.

 

Dr. Randy Cunningham (Sasol Research and Technology) wurde für die Zusammenarbeit mit dem HZB im Bereich Digitalisierung ausgewählt. Die Initiative startete im September 2025.

Dr. Angela Siegel übernimmt von Dr. Dirk Schär die Co-Leitung von CARE-O-SENE

Dr. Angela Siegel übernimmt von Dr. Dirk Schär die Co-Leitung von CARE-O-SENE

Seit 2022 leitete Dr. Dirk Schär von Sasol gemeinsam mit Dr. Tobias Sontheimer vom Helmholtz-Zentrum Berlin das Projekt CARE-O-SENE. Nachdem er eine neue Aufgabe im Bereich Sasol International Chemicals übernommen hat, übergibt er nun seine Verantwortung an seine Kollegin Dr. Angela Siegel.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Angela Siegel eine hervorragende Nachfolgerin für die Co-Leitung gefunden haben“, sagte Dr. Schär. „Sie ist eine äußerst erfahrene Katalysatorforscherin und hat bereits eine zentrale Rolle im Konsortium gespielt, insbesondere bei der Entwicklung neuer Katalysatorträger. Ich bin überzeugt, dass sie das Projekt mit dem gleichen Engagement und der gleichen Freude weiterführen wird, die für mich in den vergangenen drei Jahren prägend waren.“

Dr. Siegel ist seit mehr als sieben Jahren am Sasol-Standort Brunsbüttel tätig, wo sie die Forschung und Entwicklung für Katalysatorträger leitet. Im Rahmen von CARE-O-SENE bringt sie ihr Fachwissen in die Entwicklung innovativer Trägersysteme ein und fungiert als Ansprechpartnerin vor Ort. Mit ihrer Expertise in aluminiumbasierten Katalysatorträgern sowie ihrer früheren Tätigkeit bei BASF/Engelhard ist sie bestens aufgestellt, um die Mission des Projekts voranzutreiben: die Optimierung von Katalysatorträgern zur Herstellung nachhaltiger Flugkraftstoffe.

Zu ihrer neuen Aufgabe erklärte Dr. Siegel: „Ich freue mich darauf, diese Verantwortung zu übernehmen und ein so wichtiges Projekt weiter voranzubringen. Katalysatorträger mögen oft unscheinbar wirken, doch sie sind das Fundament vieler chemischer Prozesse – und im Rahmen von CARE-O-SENE spielen sie eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, nachhaltige Flugkraftstoffe Realität werden zu lassen.“

Dr. Schär betonte, dass er mit etwas Wehmut geht: „CARE-O-SENE hat mir viel Freude bereitet, und ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, mit so vielen hoch talentierten Menschen zusammenzuarbeiten.“ Das Konsortium bedankt sich herzlich für sein großes Engagement. Dr. Schär wird die Entwicklungen im Bereich Sustainable Aviation Fuels (SAF) weiterhin aufmerksam verfolgen und CARE-O-SENE künftig als Senior Consultant unterstützen.

Wissenschaftstalente erkunden THE LÄND und CARE-O-SENE

Wissenschaftstalente erkunden THE LÄND und CARE-O-SENE

Eine internationale Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern besuchte am 9. Juli 2025 das Institut für Katalyseforschung und -technologie (IKFT) am KIT. Der Besuch fand im Rahmen einer Wissenschaftstour durch Baden-Württemberg (THE LÄND) statt –  im Anschluss an die Nobelpreisträgertagung in Lindau 2025. Die Nobelpreisträgertagung Lindau ist eine der renommiertesten wissenschaftlichen Veranstaltungen weltweit und bringt jährlich Nobelpreisträger*innen und ausgewählte Nachwuchswissenschaftler*innen aus aller Welt zusammen. Die diesjährige Ausgabe dieses berühmten Treffens war der Chemie gewidmet, mit einem  Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Kreislaufchemie. Entsprechend wurde auch bei der Nachfolgetour der thematische Fokus auf diese drängenden Themen gelegt, bei denen katalytische Technologien ein wichtiger Treiber sind und CARE-O-SENE als ideales Beispiel dient.

Am IKFT gab ein Team um die CARE-O-SENE PIs TT-Prof. Dr. Moritz Wolf, Prof. Dr. Jan-Dierk Grunwaldt und Dr. Anna Zimina einen Einblick in die Bedeutung der Katalyse für die Rohstoff- und Energiewende. Dabei konzentrierten sich Vorträge, Posterpräsentationen und Laborbesichtigungen auf die Katalysatorentwicklung, einschließlich DFT-Modellierung, Katalysatorsynthese, -formung und -prüfung.  Diese zählen alle zu den Kernthemen unseres SFB. Anschließend besuchte die Delegation die CAT-ACT-Beamline der KARA. Dabei wurde die Bedeutung der Katalysatorcharakterisierung mit besonderem Schwerpunkt auf der Röntgenabsorptionsspektroskopie (XAS) hervorgehoben wurde. Unser Doktorand Enrico Sireci und unsere Post-Doktorandin Dr. Mariam Schulte unterstützten den Besuch und brachten viele Beispiele aus der Arbeit im Rahmen des CARE-O-SENE-Projekts ein.

Insgesamt verdeutlichte der Besuch, wie die Nobelpreisträgertagung Lindau als Ausgangspunkt dient, um internationale Wissenschaftstalente mit konkreten Forschungsprojekten wie CARE-O-SENE zu verbinden. So wird der Wissenstransfer zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung gezielt gefördert. 

Wir möchten uns bei unseren Besuchern und den Organisatoren der Tour bedanken.

CARE-O-SENE bei „100 Jahren Fischer-Tropsch“: Innovation und Zusammenarbeit im Rampenlicht

CARE-O-SENE bei „100 Jahren Fischer-Tropsch“: Innovation und Zusammenarbeit im Rampenlicht

Das CARE-O-SENE-Konsortium nahm an der Konferenz „100 Jahre Fischer-Tropsch“ in Mülheim teil, auf der ein Jahrhundert eines katalytischen Verfahrens gefeiert wurde, das für die nachhaltige Kraftstoff- und Chemieproduktion nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist. Mit vier Gastvorträgen und einer starken Präsenz in den Postersessions stellte das Konsortium sein umfassendes Know-how in der Fischer-Tropsch-Synthese und der Katalysatorinnovation unter Beweis.

Die Projektpräsentationen spiegelten sowohl die wissenschaftliche Tiefe als auch die technologische Vielfalt wider. In seiner Eröffnungsrede gab Denzil Moodley (Sasol) einen Einblick in die historische, aktuelle und zukünftige Entwicklung der kommerziellen Fischer-Tropsch-Entwicklung. Eine wichtige Erkenntnis war, dass die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft für die Entwicklung eines grundlegenden Verständnisses von Katalysatoren von entscheidender Bedeutung ist, wie CARE-O-SENE gezeigt hat. Jan-Dierk Grunwaldt (KIT) stellte Operando-Techniken zur Beobachtung von Katalysatoren in Aktion vor, Paul Heinzmann (KIT) präsentierte die techno-ökonomische Analyse von PtL, Tianli Zhong (HZB) berichtete über neuartige Dünnschicht-Modellsysteme und Peter Pfeifer (INERATEC) hob die Fortschritte bei modularen Reaktorkonzepten und deren Kommerzialisierung hervor.

Denzil Moodley fasste es so zusammen: „Diese Konferenz hat globale Experten für die Fischer-Tropsch-Technologie zusammengebracht, neue Kontakte geknüpft und neue Ideen angeregt. Wir gehen davon aus, dass Fischer-Tropsch eine Schlüsselrolle in den Energiesystemen der Zukunft spielen wird.“

In den Postersessions trug das CARE-O-SENE-Team, insbesondere Nachwuchswissenschaftler, mehr als 10 % aller vorgestellten Forschungsarbeiten bei. Die meisten Poster befassten sich mit den grundlegenden Struktur-Leistungs-Beziehungen in der Fischer-Tropsch-Katalyse, einem zentralen Pfeiler des Projekts. Diese starke Präsenz unterstreicht das Engagement von CARE-O-SENE nicht nur für Innovationen im Bereich Katalysatoren, sondern auch für die Förderung des Forschungsaustauschs und die Schaffung von Möglichkeiten für junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, akademische Erkenntnisse mit industriellen Anwendungen zu verknüpfen.